Reisebericht 25 Galápagos Drucken E-Mail

Flagge EcuadorRund 1'000 km vom Festland entfernt in Richtung Westen liegt eine der zugleich abgeschiedensten und berühmtesten Inselgruppen der Erde: die Galápagos.

 

Gerade die Isoliertheit dieses Archipels hat dazu geführt, dass sich eine im wahrsten Sinne absonderliche Tier- und Pflanzenwelt entwickeln konnte, und dass sie bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben ist.

Der erste Eindruck löst eher Befremden aus, erscheint das Land doch seltsam karg und spröde. Die verhältnismässig jungen, im Westen noch aktiven Vulkaninseln beherbergen nur einen Bruchteil jener biologischen Vielfalt, die wir in tropischen Gefilden anzutreffen gewohnt sind. Eine Ursache dafür liegt im komplizierten Kräftespiel mehrerer Meereströmungen, die hier zusammentreffen, der Cromwellstrom ein kühler Tiefenstrom und der antarktische Humboldt-Strom der die Gewässer des Archipels merklich abkühlt und mit für die geringen Niederschlagsmengen verantwortlich ist. Statt dessen ruft er den Garúa hervor, jenen feinen Küstennebel, welcher den Galápagos den Beinamen „die Verwunschenen“ eingebracht hat, verhüllt er sie doch zuweilen wie eine Tarnkappe.

Der Hauptgrund für die relative Artenarmut der Inseln bildet jedoch ihre Abgelegenheit: alles Leben muss erst einmal hierhin gelangt sein. Für Seelöwen oder Albatrosse kein Problem – aber wie kamen Kakteen, Leguane oder auch die Riesenschildkröten über den Pazifik? Sie alle müssen einst als Treibgut an diesen unwirklichen Gestaden gestrandet oder als blinde Passagiere der Vögel hierher verschlagen worden sein. Nach und nach kolonisierten diese Robinsonpflanzen und -tiere, von der Abwesenheit der grossen Landräuber begünstigt, die jungfräulichen Inseln. Hier brauchten sie sich nicht in einer engen Nische einzurichten – hier gehörte ihnen die Welt. Kakteen mutierten zu regelrechten Bäumen, unscheinbare Blümchen zu buschigen Sträuchern. Die Reptilien avancierten zu den beherrschenden Landtieren. Aus einem grazilen, nur wenige Kilogramm wiegenden Urahn entwickelten sich bis zu 200 kg schwere Riesenschildkröten. Die Leguane spalteten sich in Land- und Meeresechsen auf, die zweit erwähnte kommt nur auf der Galápagos vor. Die unscheinbaren Darwinfinken schliesslich fächerten sich ebenfalls von einer Grundform abstammend, gar in ein gutes Dutzend verschiedener Unterarten auf, von denen jede gewissermassen einem anderen Handwerk nachgeht, je nach ihrer Schnabelform.

Eine der letzten Spezies, die von Wind und Wetter hierher verschlagen wurde, war der Mensch. 1532 trieb ein Schiff mit dem Bischof von Panama, der zu einer Inspektionsreise nach Peru wollte, eine Woche lang nach Westen ab, bis sie schliesslich diese einsamen Eilande sichteten. In den folgenden Jahrhunderten nutzten Piraten, Wal- und Robbenfänger die Galápagos als Schlupfwinkel und Proviantstation, bevor das Archipel 1832 offiziell von Ecuador in Besitz genommen wurde. Während vielen zivilen Siedlungsversuchen auf Dauer kein Erfolg beschieden war, wurden die Inseln bis 1959 als Strafkolonie genutzt. Im gleichen Jahr erklärte man sie zum Nationalpark; 1986 wurden zudem die inneren Gewässer als Meeresschutzgebiet aufgewiesen. Der Nationalpark umfasst 97 % der insgesamt gut 8'000 km² Landesfläche. Von den 13 grösseren Inseln, zwischen denen noch ein halbes Hundert Mini-Eilande und Felsen liegen, sind vier bewohnt: Santa Cruz, San Cristóbal, Floreana und Isabela, dazu die Flughafeninsel Baltra.


Wir erreichten nach dem ruppigen Flug den Flugplatz auf der Insel San Cristóbal und müssen bevor wir ins Flughafengebäude rein dürfen, erst mal die Schuhe und Hände desinfizieren. Beim Ausgang des kleinen Flughafens wartet bereits schon unser einheimischer Naturführer Galo, der uns in den kommenden 8 Tagen die Insel- und Tierwelt erklären und zeigen wird. Mit ihm und den anderen Teilnehmer zusammen fahren wir zur Shipwreck Bay wo unser Schiff ein Katamaran mit dem Namen Millennium auf uns wartet. Mit dem „Panga“ (Zodiak Schlauchboot) erreichen wir trocken unser Zuhause für die nächste Woche. Im Aufenthaltsraum macht uns Galo erstmal auf die Regeln auf Schiff und Land aufmerksam und wir bekommen dabei den ersten Eindruck von den grosszügigen Platzverhältnissen die auf dem Katamaran herrschen. Nachfolgend werden wir in unser Zimmer geführt, wir staunen nicht schlecht als uns im zweiten Stock die eine der zwei grossen Suiten mit grossen Balkon und einem Bad mit Jacuzzi, der aber leider nicht funktioniert, zugeteilt wird. Wow, mit dem haben wir überhaupt nicht gerechnet, da wir neben einer amerikanischen Familie das einzige Pärchen an Bord sind, bekommen wir logischerweise das riesige Kingsize Bett das sich nur in diesen beiden Zimmer befindet.

Viel Zeit bleibt uns aber nicht übrig um die Suite auszukosten, den nach dem Mittagessen ist schon der erste Landgang angesagt. Wir besichtigen nah von Puerto Baquerizo Moreno das Centro de Interpretación, in dem Museum erfahren wir mehr über die Entstehung der Inseln und deren Bewohner. Nach dem Spaziergang durch den kleinen Ort mit der malerischen Hafenpromenade, an der wir uns mit den ersten Galápagos Souvenirs eindecken, geht es am frühen Abend wieder zurück auf unseren Katamaran. Bevor uns das Nachtessen aufgetischt wird, lernen wir die Schiffsbesatzung und der Rest der Passagiere kennen und erfahren von Galo das Programm für den nächsten Tag. Die frische Seeluft macht uns müde und so begeben wir uns früh zu Bett, den der morgige Tag beginnt bereits schon um sieben Uhr.

In der Nacht steuern wir beim heftigen Seegang die Insel Española an, gut das wir am Vorabend noch eine Tablette gegen Seekrankheit eingeworfen haben.


Der südlichste Vorposten zählt zu den ältesten im Archipel, ist flach und landschaftlich wenig dramatisch, von seiner Tierwelt her jedoch einer der interessantesten Plätze. Wir erreichen den Strand von Gardener Bay mit einer sogenannten „wet landing“ (eine Landung bei der es nasse Füsse gibt). Einer der schönsten Badebuchten und obendrein übersät mit stinkenden Seelöwen, dabei lernen wir noch den Unterschied zwischen den Seelöwen und den Seehunden kennen. Die Seehunde die nicht auf den Inseln vorkommen haben keine Ohrmuschel sondern nur Löcher und kleinere Flossen. Wir schiessen massenhaft Fotos von den fotogenen Seelöwen die entweder faul am Strand liegen, dabei merkwürdige Laute vor sich geben oder putzmunter in den Wogen des Meeres planschen. Anschliessend ist unser erster Schnorchelgang angesagt, dabei springen wir direkt von den Pangas aus in das kühle 17° kalte Wasser und werden freudig von den Seelöwen erwartet. Ein mulmiges Gefühl kommt schon auf wenn die grossen Säugetiere zum ersten mal so nah am Körper vorbei schwimmen.

Nach dem Mittagessen und der zweistündigen Ruhezeit besichtigen wir den Punta Súarez auf der gleichen Insel. Doch die „dry landing“ (trockene Landung ohne nasse Füsse) ist auch nicht ganz unproblematisch, den die extra errichteten Stege sind glitschig und mit Seelöwen besetzt die hier faul auf ihren Bäuchen liegend ihren Mittagsschlaf verrichten. Unser Naturführer hat seine liebe Mühe um das eine lautstark, protestierende Seelöwenmännchen mit lautem Klatschen und Pfeifen weg zuscheuchen. Erst danach steht uns der Weg offen ins Vogelparadies das diesen Teil der Insel auszeichnet. Wir sehen aber vorab noch die Meeresechsen, die auf dieser Insel eine rote Färbung haben, und wie der Name schon sagt als einzige Art auch auf dem Wasser fortbewegen. Entlang des Pfades sehen wir einen Blaufusstölpel und sein „Hochzeittanz“ ein drolliges Spektakel das von Männchen vorgeführt wird, während das umworbene Weibchen zuschaut. Wir sehen ebenfalls wie die Weibchen die Eier ausbrüten und bereits geschlüpfte flauschige weisse Küken, die von der Grösse her ständig von den Eltern mit reichlich Futter versorgt werden müssen. Zu ihnen gesellen sich die Maskentölpel, Rotschnabel-Tropikvögel, Gabelschwanzmöven, amerikanischer Austernfischer und die frechen Darwinfinken. Die Galápagos-Albatrosse die zur Zeit genauso auf der Insel nisten und deren grau flauschige eben geschlüpfte Küken die noch angreifbar in unmittelbarer Nähe ihrer Eltern sitzen. Die Galápagos-Albatrosse gehören zu den kleinsten ihrer Familie, obwohl sie auch eine stolze 2,5 Meter Flügelspannweite aufweisen können. An der Südküste befinden sich Klippen, im Volksmund wird dieser Platz auch der Albatrossflugplatz genannt, den die grossen Vögel sind froh um jeden Aufwind beim Starten. Ebenfalls ist hier das berühmte Felsloch, das bei einer ankommenden Welle eine bis zu 35 Meter hohe Fontäne in die Luft schiesst.


Ruhig ankert der Katamaran am Morgen, nach einer weiteren Nacht mit Seegang, in der Lagune von Punta Cormorán auf der Insel Floreana. Der grüne Strand in Punta Cormorán, dessen Färbung durch grüne Olivinkristalle entsteht ist unsere erste Anlaufstelle auf der Insel. Hier erwarten uns in der dahinterliegenden Lagune Flamingos, die auf ihren Stelzenbeinen durchs Wasser waten auf der Suche nach den mickrigen Crevetten deren sie auch ihre rosa Farbe verdanken. Wir wandern auf dem kurzen Kieselpfad auf die andere Seite der Insel zum blendend weissen Sandstrand. Im Flachwasser befinden sich Stachelrochen und grüne Meeresschildkröten die hinter dem Strand ihre Eier im Sand vergraben. Zum Schnorcheln gehen wir zurück zur Punta Cormorán. Vorgelagert ragt die Corona del Diablo (Teufelskrone) aus den Wellen, ein ehemaliger Krater eines Vulkans. Direkt vom Strand aus schnorcheln wir dieses mal zu den vielen bunten Freunden von Nemo hin und treffen auch auf eine majestätische Meeresschildkröte die genüsslich die Algen von den Steinen frisst.

Am Nachmittag fahren wir zur Post Office Bay, die historische Poststation bestehend aus einem hölzernen Fass wurde von Walfänger im späten 18. Jahrhundert errichtet um mit der Aussenwelt in Verbindung zu bleiben. Heute können Touristen ihre Postkarten aufgeben und hoffen das Landsleute die eingeworfene Post mit nach Hause nehmen und entweder persönlich vorbeibringen oder zusenden.

Die erste besiedelte Insel im Jahre 1832 verzeichnet in den Chroniken von Floreana eine wilde Mischung von Kolonisten. In den dreissiger Jahren erregte es als Schauplatz eines hollywoodreifen Aussteigerdramas weltweite Aufmerksamkeit, mehrere Todesfälle und das Verschwinden einiger Protagonisten geben bis heute Rätsel auf.

Nach den wilden Geschichten der Vergangenheit gehen wir direkt von der Bucht aus ins Wasser zum Schnorchel und treffen nicht auf lang ersehnte Flaschenpost sondern auf eine grosse Meeresschildkröte die lautlos durchs Wasser gleitet.

An diesem Abend erleben wir einen der heftigsten Seegänge in unserer Zeit auf den Galápagos, wir können ausser auf unserem grossen Bett liegen und mit den Wellen mit Schaukeln nichts tun, sogar das Nachtessen müssen wir um 2 Stunden verschieben bis wir im Hafen von Santa Cruz sind.


Santa Cruz beherbergt heute rund die Hälfte der Galápagos-Bewohner und bildet seiner zentralen Lage wegen den Mittelpunkt des Archipels.

Im Nieselregen fahren wir mit dem Bus zum El Chato dem Riesenschildkröten-Reservat das sich im grünen und fruchtbaren Hinterland von Santa Cruz befindet.

Im sumpfigen Gelände des Areals treffen wir auf auf den grösseren Schildkröten Typ der auf den Inseln vorkommt. Die mit den hohen Kuppelpanzer, den kürzeren Beinen und Hals bevorzugt die Hochlandregion der Insel, wo Gräser und heruntergefallene Früchte die Hauptnahrung darstellen.

Die Schildkröten Köpfe die dem ET gleichen, dem Ausserirdischen aus dem gleichnamigen Film der 80er Jahren und dem Regisseur Steven Spielberg als Vorlage dienten, lassen sich nicht so leicht fotografieren wie die Seelöwen.

Die Urtiere geben wenn ihnen eine Person zu nahe tritt einen fauch-ähnlichen Laut vor sich und ziehen ihren faltigen Hals ein. Auch diese Spezie hat keine Hektik wie die restlichen Tiere der Inseln, sie geben uns ihr bestes Gähnen oder kauen genüsslich auf saftigen Gräser.

Wie bereits schon am Morgen halten wir uns am Nachmittag nur an Land auf, so können wir uns vom stetigen Schaukeln wenigstens ein bisschen erholen. Zusätzlich steigen sechs neue Passagiere zu, nachdem uns fünf von der Gruppe bereits am Morgen verlassen haben. Gemeinsam mit den Neulingen machen wir uns zur Charles-Darwin-Forschungsstation auf. In Gehegen sind hier Riesenschildkröten hautnah zu erleben und in der Zuchtstation werden Jungtiere der urweltlichen Giganten aufgezogen. Sie werden in einem gewissen Alter auf ihren Heimatinseln wieder ausgesetzt. Der wohl berühmteste Bewohner ist Lonesome George (einsamer George), der davor auf der Insel Pinta zu Hause war. In der Station wird er ganz besonders behütet, denn kein weiterer Vertreter seiner inselspezifischen Unterart lebt noch und ans Fortpflanzen mit anderen Insel Sattelpanzer-Schildkröten hat der Einzelgänger bis heute noch keine Lust gehabt. Das ist beim Super Diego einer weiteren Art Sattelpanzer- Schildkröte ganz anders verlaufen, das Männchen wurde extra aus dem San Diego Zoo in Kalifornien geholt und kaum auf der Heimatinsel zurückgekehrt, bestieg er jedes Weibchen das ihm vorgesetzt wurde, so konnte wenigstens dieser Bestand gerettet werden. Die Riesenschildkröten kamen einst zu Hunderttausenden auf der Insel vor. Leider wurde dem Wappentier der Galápagos vom Menschen übel mitgespielt. Den Piraten und Walfänger diente es als langhaltbare Nahrung auf den Schiffen und zudem konnte der Panzer für viel Geld verkauft werden. Von den ursprünglich 14 Unterarten haben drei das Schlachten vergangener Jahrhunderte nicht überlebt, sechs weitere gelten als bedroht.


Wie immer um sieben Uhr in der früh wird uns das reichhaltige Frühstück serviert, folgend ist ein kurzer Landgang auf der Insel Santa Fé angesagt. Die Wanderung führt von einem paradiesischen Sandstrand zum anderen durch riesige Baumopuntien, ein Riesenkaktus der sich wegen der bevorzugten Nahrung von Landechsen und Riesenschildkröten in einen Baum mutiert hat. Die hellen Landleguane mit grossen Kamm warten unter den Opuntien bis ein Teil abbricht anschliessend wird um den Leckerbissen gekämpft. Vor der Insel schnorcheln wir der Felsen entlang und sehen Fische, von denen ein Fünftel endemisch sind, das heisst die kommen nur auf den Galápagos vor. Weiter sehen wir grosse, silbrig glitzernde Schwärme gelbschwänziger Doktorfische und eine grosse Palette pazifischer Zierfische. Die neugierigen Seelöwen hier mit dem Alphatier Männchen, schliessen sich zu uns an und führen ihre schwerelosen Schwimmkünste zwischen unseren Körpern auf.

Hungrig stürzen wir uns auf das leckere Mittagessen und leeren im nu alle Platten bis auf die letzten Krümel.

Die Insel Plazas besichtigen wir nachmittags, doch auch hier warten wir zuerst mal in unseren Pangas bis die Seelöwen gedenken uns den Weg frei zu machen, dabei müssen wir sogar einen Umweg über die Lavabrocken in Kauf nehmen.

Die Insel hat was abstraktes an sich, die nur 13 ha grosse Insel mit den niedrigen Opuntia-Kakteen und den leuchtend orangeroter Sesuvium-Sträucher ist eine farbenfrohe Insel, verglichen mit der sonst eher kargen und dürren Vegetation anderer Felseninseln. Die Hauptattraktion auf Plazas sind die Landleguane, von denen gute 300 auf der Insel vorkommen. An der südlichen Steilküste segeln die Gabelschwanzmöven, Tropicvögel und Audorbon-Sturmtaucher im Wind.

Wir dürfen ausnahmsweise die Insel bei strahlenden Sonnenschein und für uns ganz alleine geniessen, so haben wir viel Zeit um gute Fotos zu schiessen ohne das uns eine andere Gruppe im Nacken liegt.


Das gerade 5 km² grosse Eiland Rábida besticht im Norden mit einem breiten dunkelroten Sandstrand, auf den sich Seelöwen aalen. In der landeinwärts liegenden Lagune nisteten einst Flamingos, doch seit die Büsche radikal geschnitten wurden, was ein peinlicher Fehler der Nationalpark Verantwortlichen war, wird es von verletzten Seelöwen als Spital genutzt, denn an den sicheren Sandbänken um die Lagune kurieren sie sich von Haiattacken. Aus den Fehler vergangener Jahre hat man immerhin gelernt, die wilden Ziegen die nicht auf der Insel heimisch sind wurden alle ausgerottet, seither erholt sich die Tier- und Pflanzenwelt merklich.

Bei bedeckten Wetter spazieren wir durch Balsambäume und Crotonsträucher die zur gegenwärtigen Trockenzeit hellgrau und dürr sind.

Der Höhepunkt hat sich aber beim anschliessenden Schnorcheln ereignet, Adriano und ein Teil der Gruppe sind draussen bei den Felsen auf Weissspitz-Riffhaie gestossen.


Als nächstes steuern wir den Ankerplatz in Puerto Egas an der Westküste der Insel Santiago an, hier operierten zwischen 1920 und 1960 Salzminen. Als dann aber die Insel zum Nationalpark erklärt wurde musste Héctor Egas und seine Familie den Platz verlassen. Beim Landgang auf der Vulkaninsel laufen wir neben dem Meer über schwarzen Basalt aus jüngerer Zeit und über den rötlichen Schlackkegel älteren Datums. Die Lavastrukturen haben den Seelöwen und den kleineren seltenen Seebären wohnliche Gesteinsspalten und -höhlen geschaffen. Darin können sich die sonst in arktisch Gewässer vorkommenden Seebären von der Äquator Sonne schützen. Die Kobolde der Dunkelheit, wie Darwin die Meeresechsen einst taufte hingegen liegen hier in Massen neben- und aufeinander und wärmen sich auf dem Lavagestein auf.

Während am Himmel die Galápagos Bussarde ihre Kreise drehen, steige ich in das kalte Wasser. Trotz der trüben Sicht unter Wasser begegne ich einer grossen Meeresschildkröte, einem Rochen der über die Felsen gleitet und werde zum Abschluss von 3 Seelöwen zum Strand begleitet. Halb durchfroren setzte ich mich ins Panga und freue mich auf die heisse Dusche in unserer Suite.


Klein, aber ausserordentlich schön ist Bartolomé – nur ein Katzensprung von der Ostküste Santiagos entfernt. Über die 374 Stufen erreichen wir den höchsten Punkt der Vulkaninsel und schon liegt uns das am meisten fotografierte Galápagos-Panorama zu Füssen: der Pinnacle Rock mit den schwarzen Lavafeldern Santiagos im Hintergrund. Die noch junge Kraterlandschaft im Umfeld des Aussichtspunkts lässt für Science-Fiction-Freunde keinerlei Wünsche offen. Man fühlt sich wie auf einen fremden Planeten an irgendeiner Ausfahrt der Milchstrasse versetzt. Der äussert spärlicher Bewuchs besteht aus trockenresistenden Tiquilabusch und Lavakaktus beiden sorgen dafür, dass die Lavabrocken mit der Zeit zu Sand werden.

Hier am Fusse des Pinnacle Rock sollen Schnorcheltouren sehr lohnend sein, davon wollen wir uns selber überzeugen und ziehen unsere Unterwasserausrüstung an. Kaum im Wasser schiesst an uns auch schon ein Galápagos Pinguin wie ein Torpedo vorbei. Das ist für uns zu schnell gewesen, deshalb suchen wir entlang der Felsen nach weiteren Exemplaren. Wir treffen wieder auf eine bunte Palette schimmernder Fische, aber keinen Pinguin. Ich setzte mich ein wenig von der Gruppe ab, da Galo vom Panga her winkt und auf zwei Pinguine auf den Felsen zeigt. Ich ziele geradewegs zu den Beiden hin, als im gleichen Moment unter mir ein Weissspitz-Riffhai vorbeischwimmt, ich bin wie verzaubert und versuche dem Hai zu folgen, doch dieser ist schon in einer Felsspalte verschwunden. Wo bin ich gewesen, ach ja die Pinguine, und schon schiesst wieder so ein kleines Ding dicht an mir vorbei, die sind einfach zu schnell für mich.


Das kleine, aus dem Ozean hochgeliftete Lavaplateau der nördlichen Insel Seymour ist nur durch eine schmale Meeresenge von der südlicher gelegenen Insel Baltra getrennt und ist unser heutiges Nachmittagsprogramm. Das Lavaplateau ist ein beliebter Nistplatz der Blaufusstölpel und Pracht-Fregattavögel, während auf den Lavabrocken der Küste Seelöwen und eine einzig vorkommende Art Meeresechsen lagern.Die Insel hat schon lange ihre braune Farbe verloren weil die Kuppen der Steine bereits voll mit weisser Vogelscheisse sind.

Als wir es endlich an Land geschafft haben, dreimal raten, jawohl die Seelöwen sind wieder mal im Weg, fliegen auch schon die Gabelschwanzmöwen und Prachtfregattavögel nah über unsere Köpfe. Wir müssen nicht weit gehen, und schon sehen wir ein Prachfregattavogel Männchen seinen schillernd roten Kehlsack zu einer beachtlichen Grösse aufblasen. Beim Balzritual ergattert das Männchen mit dem schönsten und dickesten Blasbalg auch am schnellsten eine Geliebte. Um der unumstrittenen Potenz noch mehr Ausdruck zu verleihen, schüttelt er oftmals würdevoll den luftgefüllten Sack, spreizt aufgeregt das Federkleid und rasselt verführerisch mit dem Schnabel. Wir schauen noch ein wenig dem Balzgehabe zu, müssen dabei aufpassen damit wir nicht auf die Fregatta-Babys mit den weissen punkigen Flaum treten.


Der letzte Tag naht, wir sind über Nacht die Insel Lobos angelaufen und wie der Name schon sagt, trifft man hier auf viele Kolonien von Seelöwen. Bevor wir in Puerto Baquerizo Moreno auf der naheliegenden Insel San Cristóbal endgültig von Bord gehen, haben wir hier die letzte Möglichkeit um mit den Seelöwen um die Wette zu schwimmen. Doch uns ist es gar nicht danach, wir haben in den vergangenen Tagen viel von der Unterwasserwelt gesehen und verzichten am bewölkten Morgen auf das nasse Vergnügen. Wir packen während dem lieber unsere Reisetaschen und geniessen noch ein wenig das grosse Bett und den Balkon mit Meeresblick.


Im Nachhinein müssen wir eingestehen, die Galápagos Inseln sind das viele Geld wert und gehören sicherlich zum unvergesslichen Erlebnis. Obwohl wir lange gezweifelt haben, da die Kosten schon enorm sind, rein der Flug kostet 420 USD p.P. dazu kommen der Nationalparkeintritt 100 USD p.P plus die obligatorische Touristenkarte für das Archipel 10 USD p.P und nicht zu vergessen der eigentliche und teure Bootstrip. Wir haben uns für diese Auswahl viel Zeit genommen, haben im Internet die Bewertungen der Boote nachgelesen und in Quito verschiedene Reisebüro abgeklappert, das hat sich auch gelohnt, Happy Gringo im Mariscal Bezirk hat uns schlussendlich das beste Angebot auf einer der sogenannten Luxusklasse-Boote für acht Tage offeriert. Die schlechte Wirtschaftslage und der gute Dollarkurs haben uns bei der Entscheidung und dem guten Preis definitiv positiv mitgespielt.


Nicht zu vergessen, die gesellige und humorvolle Gruppe die wir erwischt haben, hat natürlich seinen grossen Teil dazu beigetragen, dass der Trip zu einem Höhepunkt wurde, in dieser Zeit haben wir viel gelacht, geredet und einfach eine gute Zeit miteinander verbracht. Die Millennium mit der freundlichen und stets hilfsbereiten Schiffsbelegschaft und dem leckeren Essen können wir nur weiterempfehlen.


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