Reisebericht 08 Alaska Teil 2 Drucken E-Mail

Flagge USAVon der Denali HWY Schotterstrasse aus gelangen wir an den Richardson HWY der uns weiter zum Glenn HWY führt.

 

Unterwegs in Glennallen, einem öden Kaff wollen wir unsere dreckige Wäsche waschen und die Futterkisten auffüllen. Doch nur schon der Anblick reicht vollkommen aus um die Meinung zu ändern. Die Laundry ist voll gespickt mit Out of Order (defekt) Zettel die gut verteilt an jeder Art von Maschine kleben. Der Einkaufsladen ist teuer und hat nur eine kleine Auswahl an frischen Lebensmittel, dafür aber nehmen die Gefrierschränke gut über die Hälfte des Lokales ein. Über dies könnte man ja noch wegsehen, doch wenn an der Kasse für eine Dose Thunfisch 12.65 Dollars verrechnet werden dann hört der Spass aber auf. Die wollen einem natürlich nicht übers Ohr hauen, sicher nicht in Nordamerika. Sie sind schlichtweg zu dumm, um gleichzeitig beim Scannen der Ware das Gehirn einzuschalten. Ich muss hierbei noch erwähnen, dass dies nicht das erste Mal ist, schon öfters musste ich reklamieren weil sie mir zu wenig Retourgeld gaben. Auch das wiederum eine Bestätigung, dass hier praktisch nur mit Plastikgeld gehandelt wird.

Über Palmer einer kleinen, netten Ortschaft gibt's zum Glück nichts zu meckern. Die Laundry ist von einem Asiatenpaar sehr sauber geführt und obendrein gut gewartet. Die ältere Dame vom Tabakladen beklagt sich über den miesen Sommer, worauf ich ihr nur übereinstimmen kann. An der Tankstelle gleich nebenan können wir gratis unseren WC Inhalt an der Dumpstation entleeren und zusätzlich frisches Trinkwasser in unseren Tank einfüllen. Diesel ist auch günstiger als in anderen Ortschaften was für unser Reisebudget eine wichtige Rolle spielt. Wir bleiben für die Nacht gleich hier und stellen uns vor der Gemeindebibliothek auf den Parkplatz. Heute findet hier ein Auto-Oldtimer Wettbewerb statt. Dummerweise bemerken wir dies zu spät, erst als Adriano von einem Jurymitglied angesprochen wird, der nachfragt wieso wir nicht teilnehmen. Die zwei VW Käfer und den VW Bus in der Kategorie Auslandsfahrzeuge hätte unser europäische Landcruiser locker in den Schatten gestellt.

Von Anchorage, grösste Stadt von Alaska, fahren wir bei Sonnenschein entlang am Cook Inlet ,Meeresarm, zur Kenai Halbinsel. Doch schon am nächsten Tag setzt das vertraute Geräusch des Nieselregens ein. Entlang am Kenai River ist das Ufer übersät mit Lachs Fischern und einer Bärenmutter mit 3 Halbwüchsigen, die sich mit schwimmen und Vögel jagen amüsieren. Weiter südlicher auf dem HWY kurz vor dem westlichen Anchor Point, nur 3° östlicher als Hawaii, hätten wir bei klarem Wetter Ausblick auf die mächtigen Vulkane von Alaska, dem Ring of Fire gehabt, doch die bleiben hinter dem Nebelschleier verborgen. Wir übernachten am Whiskey Gulch, am Cook Inlet gelegen, an dem wir uns zwischen den Sträuchern, mit direkter Sicht aufs Meer hinstellen. Nach Monaten wieder mal einen Spaziergang am steinigen Strand entlang die salzige Meeresluft auf den Lippen spürbar und dies begleitet von kreischenden Möwen.

In Homer, ein bekannter Heilbutt Fischerort am südlichen Spitz der Kenai Halbinsel, fahren wir bis zum Ende des Spits. Auf der Sandzunge reihen sich Restaurants, Seemannskitsch Boutiquen und RV Parks dicht aneinander. Auch der zu teure gehandelte Heilbutt hinter der schmuddeligen Plexiglasscheibe in der einzigen Fischverkaufsbaracke lassen wir links liegen und machen rechts umkehrt. Auf dem Rückweg halten wir am Exit-Glacier  an, eindrücklich so Nahe am Gletscher zu sein, doch nur schon zehn Jahre früher wären wir am gleichen Standort unter einer dicken Eisschicht gestanden. Auch der Fussweg an den angeblichen Zeh vom Gletscher endet am Schmelzwasser Fluss.

Ein kurzer Abstecher vom HWY weg, nach Whittier um uns nach der Fähre nach Valdez zu erkundigen, doch diese ist für heute schon gefahren und die für morgen zu kostspielig. So bleibt uns nichts anderes übrig, als auf der gleichen Strecke zurück zu fahren um ans andere Ende des Fjords zu gelangen. Obwohl Valdez uns mit einer tief hängenden Dunstschicht empfängt, buchen wir eine 8 stündige Tour auf dem Prince William Sound (Fjord). Am Hafen wartet die Lu-Lu-Belle das Schiff das von Kapitän Fred gesteuert wird. An Bord werden wir von seiner süssen Tochter, Melanie herzlich in Empfang genommen. Fred erzählt bereits schon beim Verlassen des Hafens und dies hört auch nicht mehr auf, ausser er steht auf seinem Ausguck und spottet nach Walen. Fred's Geschichten sind ganz und gar nicht langweilend eher spannend mit vielen Informationen über die Umgebung und das Tierleben im Fjord. Teilweise hört es sich an wie wenn Trudy Gerster (Schweizer Märchentante) eine Geschichte erzählt. Wir verlassen das nebelige Valdez und steuern auf den sonnigen Prince William Sound hinaus. Das Meeresleben in diesem Fjord ist üppig. Wir sehen einen Zwergwal, obwohl die Wale bereits schon in südliches Gewässer unterwegs sind. Eine ganze Gruppe Orcas, Killerwale, die sich beim Liebesspiel vergnügen, die relaxten Seeotter die sich auf dem Rücken durchs Wasser treiben lassen, ein treues Weisskopf-Seeadler Pärchen auf einem Ast sitzen und die vielen Seehunde die sich lautstark um den Besten Liegeplatz zanken. Eines der Naturwunder ist der Columbia Glacier (Gletscher) der sich vom Mt. Einstein (Berg), leider nicht ersichtlich, aus 3'521m Höhe ins Meer ergiesst. Kapitän Fred steuert so dicht heran wie es nur geht, trotzdem sind wir noch gute 9km davon entfernt. Die Temperatur inmitten des Eisschollen sinkt merklich, gut vermummt stehen wir an Deck und staunen über das laute Knacken der schmelzenden Eisstücke die kreuz und quer im Meer liegen. Müde und zufrieden kehren wir in den Hafen von Valdez zurück. Zum Abschluss werden wir noch in die Schiff Fahrkünste von der jungen Melanie eingeweiht, sie steuert die Lu-Lu-Belle haargenau und sanft an den Anlegeplatz, während der Vater das Schiff festbindet. Eine Familie-Unternehmung die hoffentlich auch die nächsten 30 Jahre überlebt. Wir beenden den schönen Tag auf dem Fjord bei einem Kilogramm frischen Lachs zum Nachtessen, Alaska pur...

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