Reisebericht 04 Canada / Manitoba Drucken E-Mail

Flagge KanadaAuf dem Canada Highway #17 erreichen wir den Whiteshell Provincal Park in der Provinz Manitoba.

 

Auf dessen Campingplatz erleben wir, was Camping auf kanadisch heisst: Ein riesen V8 Jeep zieht einen langen Wohnwagen mit breiten ausfahrbaren Seitenwände und einen Anhänger mit einem Motorboot darauf. Ein Camping Road Train sozusagen. Unser Troopy wirkt daneben wie ein Miniwohnmobil. Die Kanadier nehmen praktisch auch den Ganzen Haushalt mit, angefangen beim heizbaren Abwaschtank zur Fritteuse bis hin zur elektrischen Kaffeemaschine, die vielen Spielsachen für jung und alt noch nicht mal näher erwähnt. Es ist sehr unterhaltsam daneben zu sitzen und eine solche sechsköpfige Familie zu beobachten.

Der Campingplatz ist praktisch bis auf den letzten Platz ausgebucht, da die Sommerferien soeben begonnen haben und ein zusätzlich verlängertes Wochenende, der 1. Juli der Nationalfeiertag der Kanadier. Doch der Radau auf dem Platz stört uns nicht weiter, wir geniessen das Campingleben auf unsere Art, mit faulenzen, am See entlang spazieren, Fotos schiessen und lesen.

Nach dem Campingplatzwochenende führt unsere Route auf den Transcanada-Highway #1 vorbei an Winnipeg und weiter nach Portage la Prairie.

Endlich mal ein Landschaftswechsel nämlich Präriegegend. Wir fahren nun durch eine der weltgrössten Kornkammer und unendlichgrossen Viehweiden. Ab und zu durchtrennt diese Weite ein 168 Waggon langer Güterzug, gezogen von 5 Lokomotiven oder auch eine schnurgerade Strasse die weitweg am Horizont verschwindet. Diese weitläufige Prärie erhellt unsere Gemüter wieder auf, nach tagelangem durchfahren von feuchten, moskitolastigen Wäldern.

Im Wal-Mart (Einkaufszentum bei dem man gratis auf dem Parkplatz übernachten darf) sieht man nun auch vermehrt die typischen dunkelhäutig breiten Indianergesichter und erstaunlich viele Mennoniten und Hutterer (Pioniereliebhaber, die noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind): Die Mädchen und Frauen tragen baumwollene Haarhäubchen, lange Röcke und darüber Schürzen, die Knaben und Männer schwarze Hosen und Hosenträger, darunter ein kariertes Hemd und auf dem Kopf einen breit krempigen Filzhut.

Wir selber ziehen aber in der Gegenwart fort und erreichen den Riding Mountain NP in der Provinz Manitoba. In diesem Park gibt es als Hauptattraktion ein Bison Gehege mit ca. 100 Tieren. Gespannt kleben wir an der Autoscheibe, bewaffnet mit unseren super zoom Kameras, doch die lieben Viecher grasen weit weg von uns am See. Am darauf folgenden Morgen haben wir mehr Glück, zuerst sehen wir den eindrücklichen Bullen, der Chef der Herde, dann noch das Gefolge aus der Nähe, unsere Kameras klicken was die Akkus herhalten. Andere Tierarten wie den Meister Petz haben sich vor uns unsichtbar im Unterholz verkrochen, wir können nur die ausgestopften Exemplare im Besucherzentrum begutachten. Am Abend campen wir am Lake Audy im NP und geniessen bei Sonnenuntergang und Kojotengeheul unsere leckeren auf dem Feuer gegrillten Steaks.

Unsere Reise führt uns weiter über Yorkton und Regina in den an der US-Grenze gelegenen, weniger besuchten Grassland NP. Wir erreichen abends das Kaff Val Marie, eine Ortschaft bestehend aus Sandstrassen, Cowboys und rostigen Pickup-Jeeps. Da um 17 Uhr die Sandtrottoirs hochgeklappt werden und unser Tank nur noch wenige Liter Diesel fasst, müssen wir in diesem Westerntown wohl oder übel übernachten, wir finden einen gemütlichen Stellplatz zwischen dem Nationalparkbüro und dem nicht gemähten Sportplatz, staun gibts so was... Von einem Dorfbewohner der soeben sein Laster wäscht, erfahren wir, dass es bis vor kurzem ein Ganzes Jahr lang nicht mehr geregnet hat und die Landschaft braun und nutzlos war. Das hat mich nachdenklich gemacht und am darauf folgenden Morgen bei der sparsamen Morgendusche umso weniger erstaunt als das Wasser salzhaltig war, ganz klar Bohrwasser. Nach unserer Morgentoilette, Adriano sogar mit neuem Haarschnitt, machen wir uns auf in den Grassland NP. Viel Interessantes sieht man nicht, leider wird der NP immer wieder von Privatfarmland unterbrochen. Die einzigen Tiere die wir zu Gesicht bekommen sind Hirsche, Hasen und die putzigen Erdmännchen die aus dem Sandboden ein Tunnelsystem errichten und bei annähender Gefahr, wie die eines Menschen mit Fotoapparat, sich Gegenseitig durch lautes pfeifen warnen und dann schnell in ihren Bauten verschwinden. Leider finden sie es auch toll die starkbefahrenen Strassen zu überqueren, zum Glück ist unserer Fahrzeug laut und nicht so schnell, somit bleiben die todesmutigen Tierchen bei uns am Leben.

„A distance without limits, a horzion that did not bound the world but only suggested endless space beyond“ Wallace Stegner

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